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Wer ist sie?!
Mein erster Gedanke zwischen der Buchhandlung am Bahnhof und meinem Platz im Zug. Mein Kopf war erfüllt von einer seltsamen Mischung aus Ärger, Trauer und Aufgewühltheit - vielleicht Bewunderung? -, die sich nicht zuordnen ließ und nicht logisch erschien.
Während des kurzen Gesprächs, dem ich im Morawa gelauscht hatte, hatte ich sowohl Empörendes, als auch Unglaubliches, Interessantes, Alltägliches und Bewundernswertes gehört. Wahrscheinlich noch einiges mehr.
Wie konnte mich eine Person so verwirren, so viele unbegreifliche Gefühle in mir auslösen?
"Dafür hatte sie zuweihundert Seiten an ihrem Buch weitergeschrieben!"
Etwas Eigenes, etwas Anderes war sie, zu der die Bezeichnung "Mann" besser passte, eine Frau war sie nicht. Ein großer Körper, Mantel, schwarze Schultasche. War sie wirklich noch Schülerin? Und wie war sie dann in der Schule?
"Sie hatte Christopher Paolini, den Macher von Eragon, übers Internet gekannt. Nein, sie hatten keinen Kontakt mehr. Er hatte ihr gesagt, sie solle auch ein Buch schreiben."
Und deshalb tat sie es?
Ihre Stimme war laut und strotzte bei jedem Wort vor Ironie. Es war der Klang, der es bewirkte, der Ton der Stimme, die ihr eigen war.
Vorhin hatte ich gedacht, sie sprach fremde Leute an - und stumm darum gebeten, von ihr angesprochen zu werden.
"Sie schrieb viel zu viel."
Ich schrieb viel zu wenig.
Das dünne Mädchen, das ich zuerst als Fremde einstufte, war in Wirklichkeit ihre Freundin. Zu ihr passte so jemand überhaupt nicht, eine kleine, zögerliche Maus, die hinter ihr herging. Eine Maus und ein weißes Frettchen.
"Sie konnte es nicht leiden, wenn die Leute sie mit Hohlbein verglichen. Hohlbein hatte auf seinem Nachttisch einen Zettel mit 20 Sätzen darauf liegen, die ihm besonders gut gefielen. In jedem seiner Bücher verwendete er diese 20 Sätze mindestens zwanzigmal. In jedem Buch schlug sich jemand den Hinterkopf an und wurde bewusstlos - in jedem Buch stand angeblich derselbe Satz."
"Ich gehe", sagte ich zu meiner lesenden Freundin und verließ die Buchhandlung in Richtung Bahnsteig. Fluchtartig würde ich sagen.
Ich hielt sie nicht mehr aus.

Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen ist reiner Zufall und nicht beabsichtigt. (Außerdem ist das kursiv Geschriebene nicht meine eigene Meinung.)

11.10.07 17:44
 


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